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Auf dem Vulkanwanderweg und durch den Vogelsberg PDF Drucken E-Mail AddThis Social Bookmark Button
Geschrieben von: Thomas   
Sonntag, den 30. Dezember 2007 um 15:45 Uhr

 

 

Robin, Thomas und Kai on Tour





Es ist wieder soweit. Die Tour zwischen den Jahren 2007 startet bei meinen Eltern in Eichelsdorf. Eigentlich wollten wir mit Ski und Pulka los, irgendwohin wo Schnee liegt. Na ja, es liegt aber im Umkreis von über 200 Km nirgendwo genug Schnee......   Also wollen wir einen Teil des Vulkanwanderweges erkunden und den Vogelsberg durchqueren bis es wieder heim geht.



Kai und Robin bei Rainrod

 

 

 

Vulkanring

Hier einige Facts zur Tour:

Dauer: 3 Tage

Strecke: ca. 100 Kilometer

Durchschn. in Bewegung: 4,7Km pro Stunde

Durchschn. Gesamt: 3,7Km pro Stunde

Gepäck mit Wasser: ca. 15 - 17 Kg pro Person



 

 

 

Im Nebel Richtung Laubach

 

 

 

 

Kai mit GPS

Vulkanwandertag 27.12.2007:

Es ist so gegen halb zehn und wir gehen bei meinen Eltern los. Es ist kalt, tippe mal so 3 Grad unter null. Wir laufen Richtung Rainrod und überqueren die Bundesstraße. Es geht auf dem Vulkanwanderweg bis zum Grillplatz von Rainrod auf dem Eierberg. Die Ausschilderung  des Wanderweges ist gut. Diesen Teil des Vulkanwanderweges kennen wir noch nicht. Bei unserem Rekordversuch am Vulkanwanderweg sind wir in die andere Richtung gestartet. Von hier geht es auf meist glatten Waldwegen im Nebel weiter. Wir gehen an einem Forsthaus vorbei, weiter bis Stornfels. Hier oben auf dem Berg zieht es ganz ordentlich. Es ist 12 Uhr, wir liegen also gut in der Zeit. Robin hat gestern schon eine Hütte bei Ulrichstein erkundet und dort Wasser und Wein deponiert.......  Die erste Tour zwischen den Jahren mit Unterstützung, na ja, wir werden auch nicht jünger........  Aber zu dieser Hütte müssen wir erst mal hinkommen. Ein Schild zeigt Laubach 9,7 Kilometer.  Um zwei stehen wir dann in Laubach am Marktplatz vor einem Nahkauf. Kai geht schnell rein um ein paar Brötchen und Wurst zu holen. Irgendwie war uns danach. Dann geht es weiter quer durch die Stadt. Ulrichstein 25 Kilometer steht auf einem Schild. Ich hoffe nur das meine schmerzenden Schultern nicht lesen können. Gegen 16:00 Uhr sind wir in Freienseen und es fängt langsam an zu dämmern.

 

 

 

 

 

Weiter in den Vogelsberg hinein

Also, Stirnlampen auf und weiter. Der Wind frischt auf während wir uns durch die Nacht kämpfen. Die Schultern und die Füße schmerzen und wir werden mit jedem Schritt langsamer. Nach ca. 37 Km kommen wir gegen halb acht an der Hütte bei Ulrichstein an. Das Ding liegt auf einem Berg, ca. 550 Meter hoch. Hier oben pfeift der Wind ganz ordentlich. Die Eiskristalle hämmern und von der Seite ins Gesicht. In der Hütte sind wir zwar etwas geschützt aber auch hier bläst der Wind durch jede Ritze und davon gibt es viele....  Wir spannen vor den Eingang eine Plane, was auch nicht viel bringt. Den Kocher müssen wir sogar in der Hütte vor dem Wind schützen. Ws wird was gegessen und danach gibt es Glühwein. Aber auch der hält uns nicht davon ab bald in die Schlafsäcke zu kriechen. Die Nacht wird bestimmt ungemütlich, denke ich mir und versuche einzuschlafen.



 

 

 

 

 

 

Thomas und Robin im Nachtlager
Morgens vor unserer Hütte am Hauberg

 

Wanderwegtag 28.12.2007:

Verdammt, die Nacht war ganz schön ungemütlich. Ich bin immer wieder wach geworden weil der Wind irgendwo reingezogen ist. Einmal war ich auch vor der Hütte zum pullern, verdammt war das stürmisch. Die ganze Nacht hatten wir Eisschlag von den Bäumen. Es ist jetzt neun Uhr.  Nicht lange fackeln jetzt. Ok, es ist immer noch kalt aber wir wollen ja weiter. Heute wollen wir den Vulkanwanderweg verlassen und über den Hohenrodskopf zu dem Nieder-Mooser See. Also, Plane weg, frühstücken, packen und los. Na ja, so schnell geht das auch wieder nicht.  Um kurz vor elf geht es dann los.




 

 

 

 

Kai und Robin beim Abmarsch

 

 

Bei einer Pause an den Forellenteichen

Die ersten Meter über freies Feld bis zu einem alten Wanderweg der mit einem gelben X markiert ist, oder war. Die Ausschilderung ist nicht mehr so toll, oder sind wir nur vom Vulkanwanderweg verwöhnt? Weiter geht es an diesen Wanderweg angelehnt bis zur Schutzhütte Charlottenhöhe an der Ringstraße Hoher Vogelsberg. Hier verlassen wir den Wanderweg und gehen am Geiselstein vorbei bis zu den Forellenteichen. Ein Stück laufen wir auf den Pfaden der Tour zwischen den Jahren 2002 .

Es ist jetzt kurz vor zwei und wir gönnen uns eine kleine Pause. Ich koche Tee und mache ein paar Fotos. Nach einer viertel Stunde geht es weiter. Nächste Station ist der Kiosk am Hoherodskopf. Hier oben ist es richtig ungemütlich. Starker Wind, Nebel usw. Wir gönnen uns eine Heiße Schokolade und Kai holt Zigaretten.  Weiter geht es die Flutlichtpiste runter bis auf einen Wanderweg der mit einem roten Kreis markiert ist. Diesem wollen wir bis zu dem See folgen. Gegen 15:00Uhr die nächsten Erinnerungen. Wir gehen ein Stück auf dem Bonifatiusweg, wie im letzten Jahr.

 

 

 

 

 

Kai im Nachtlager

Leider geht uns langsam das Wasser aus und an der nächsten Hütte hat Robin nur Wein und kein Wasser deponiert. Na, man muß eben Prioritäten setzen. Aber kein Problem denn wir müssen sowieso noch durch Grebenhain und dort ist ein Supermarkt. Im letzten Licht des Tages kommen wir in Grebenhain an. Ich gehe durch die Tür und laufe gegen eine Wand aus Wärme. Wir holen Wasser und 1 KG Erdnüsse. (Ok, die Hälfte davon steht gerade hinter mir in der Küche.... )

Schnell wieder raus in die Kälte. Wir setzen die Stirnlampen auf und gehen weiter. Robin hat sich ganz schöne Blasen gelaufen, aber er marschiert weiter. In der Dunkelheit geht es an Crainfeld vorbei und in den Wald bei Nieder-Moos. Robin und Kai kennen sich hier oben gut aus, da sie regelmäßig auf dem nahegelegenen Campingplatz sind. So finden wir schnell die Hütte. Sie liegt geschützt, doch der Wind hat sowieso nachgelassen. Wir haben teilweise sternenklaren Himmel. Wir spannen wieder unsere Plane vor den Eingang und machen es uns gemütlich. Ich habe leider durch den Mangel an Flüssigkeit leichte Kopfschmerzen und so kommt für mich kein Wein infrage. Der Abend wird trotz Kopfschmerzen angenehmer genauso wie die Nacht.



 

Robin in der Hütte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Morgens am Nieder-Mooser-See
GPS und Kompasstag 29.12.2007:


Um neu stehe ich auf und gehe vor die Hütte zum pullern. Ich sehe blauen Himmel. Augen zu und kneifen, ich sehe  immer noch blauen Himmel.  Schnell rein, Foto holen und wieder raus. Wir wollen heute etwas früher los, doch es ist wieder halb elf als wir die Hütte verlassen. Heute soll es auf direktem Weg nach Eichelsdorf gehen. Luftlinie sind das etwas über 21 Km. Aber auch nur Luftlinie..... Als wir die Hütte verlasse, wie kann es auch anders sein, kein blauer Himmel mehr sondern Regen!!  Die Temperatur liegt noch knapp unter null Grad und so verwandelt der Regen den Boden in eine einzige große Eisfläche.




Eichelsdorf liegt genau im Westen, also los mit Kompass und GPS Unterstützung.  Da wir leider in Europa und nicht in der Wüste sind gibt es aber ein paar Hindernisse auf dem Weg. Erstes Ziel ist der Rotenbachteich. Von hier zum Windenergiepark bei Hartmannshain. Der Eisregen brennt wie Nadelstiche auf unserer Haut. Von hier etwas weiter auf dem Vulkanradweg bis wir wieder im Wald sind. Eine Frau erklärt uns in Hartmannshain das wir uns nicht das beste Wetter zum wandern ausgesucht hätten. Ach was, ist uns noch gar nicht aufgefallen..... Na, bevor ich ihr die Tradition mit der Tour zwischen den Jahren erkläre gebe ich nur ein, ja das stimmt, als Kommentar.

 

 

 

 

Es geht Richtung Gederner See

 

Im Wald stoßen wir wieder auf den Wanderweg mit einem gelben X. Auch hier ist er nicht besser markiert. An einer Hütte im BuKaSi-Land machen wir eine Pause. Unsere Rucksäcke sind mit einem Eispanzer überzogen.  Weiter geht es ein Stück an der B 276 entlang um über die Nidder und den Hillersbach zu kommen. Vom Parkplatz Bleistadt geht es weiter bis zum Hof Zwiefalten, den wir im letzten Licht des Tages erreichen. Ich kann nur meinen Hut vor Robin Ziehen. Wir sind heute schon wieder über 20Km gelaufen und das mit seinen Füssen. Ok, er hat nur 2 Blasen, eine überzieht den ganzen linken, eine den ganzen rechten Fuß.....

Robin vom Eisregen durchnässt

Ab dem Hof Zwiefalten kenne ich mich aus. Ich versuche den kürzesten Weg nach Eichelsdorf zu finden, der auch Robins Füße schont. Im Licht unserer Stirnlampen stapfen wir über einen etwas höher gelegenen Weg an den Eichelsächser-Grund angelehnt.  Gegen halb sieben stehen wir bei meinen Eltern im Hof, wo meine Mutter schon mit einer Suppe auf uns wartet. Kai muß natürlich erst noch mal zum Rewe und Zigaretten holen. Ich glaube er ist in den letzten Tagen noch nicht genug gelaufen.......

Wir haben heute 30 Kilometer gemacht, bei einer Strecke Luftlinie von 21, Kilometer. Ich glaube wir können damit zufrieden sein.

Ich habe ja schon eine Menge gesehen in den letzten Jahren, aber nur selten jemand der mit so vielen Blasen noch so eine Strecke auf diesem Untergrund zurückgelegt hat wie Robin. Noch mal, Hut ab. Hier gilt wohl auch: Lerne Leiden  ohne zu klagen, oder wie war der Spruch.....